Eindrücke einer Lektorin: Zum ersten Mal auf der Kanzel

Es war schon ein besonderes, aufregendes, aber auch beglückendes Gefühl, als ich  am 6.Sonntag nach Trinitatis das erste Mal auf der Kanzel stand, um meinen ersten Gottesdienst im Gemeindesaal von Ohlerfeld zu gestalten und zu feiern.

Superintendent Dietrich Denker hatte mit mir noch drei weitere Lektoren, nämlich Mabel Agbor-Pearson, Lothar Beckers und Manfred Petzold  zu Lektoren bestellt, die nach Anleitung und unter Verantwortung eines Pfarrers öffentliche Gottesdienste halten und dabei vorgefertigte Lesepredigten benutzen.

Eine Einführung in den Gottesdienst-Ablauf  erhielten wir durch Pfarrer Andreas Rudolph, der uns die liturgischen Themen im Gottesdienst-Ablauf erläuterte. Auch Prädikantin Bilke Epperlein, die im Gottesdienst die Lesung vornahm und das Psalmgebet sprach, unterstützte mich mit Rat und Tat dabei, einen Gottesdienst  liturgisch richtig zu gestalten.  Dem Jahresheft der Liturgischen Konferenz entnahm ich den geltenden Wochenspruch, den Eingangspsalm, Liedvorschläge und den Predigttext. Aus den fünf Predigtvorschlägen wählte ich eine Predigt aus, bei der es um die Grundfundamente des Glaubens an Jesus Christus ging; auch ein starkes eigenes Anliegen. Ich versuchte -  teils ablesend, teils freier - die Predigt möglichst authentisch und gut verständlich der Gemeinde nahe zu bringen.

Ich lernte, dass Fürbitten sich aus dem Predigttext ergeben und  es fiel mir nicht so schwer, sie passend zu formulieren, da mein Anliegen klar war: Ich danke Gott, dass er mein Fundament ist und bitte für die Menschen, die den Boden unter den Füßen verloren haben und Orientierung, Halt und Unterstützung brauchen.

Am Schluss stellt sich die Frage nach dem Segen. Wir Lektoren haben sie gemeinschaftlich beantwortet: die Handzeichen beim Segen obliegen ausschließlich den ordinierten Pfarrern.
Und die Kleidungsfrage? Was ziehe ich an, wenn ich am Altar stehe? Auch diese Frage klärten wir im Lektoren-Kollegium: kein Talar, aber angemessene Sonntagskleidung.

Als das Orgelnachspiel erklang, war ich  erleichtert und auch froh, meinen ersten Gottesdienst  mit der Gemeinde gefeiert zu haben. Alle Gottesdienst-Besucher konnten, so hoffe ich, Gottgestärkt die neue Woche beginnen. Aber mir ist auch klar geworden, dass ich weitere Fortbildungen wahrnehmen werde, um Sicherheit zu gewinnen und  die Gottesdienst-Situation mehr genießen zu können.

Gabriela Ferfers-Weitz